Wohnhaus Schifffahrter Damm, Münster - Architekt: Reinhard Martin Architekt BDA, Münster - Foto: Jens Kirchner

Fritz-Höger-Preis 2020: Auszeichnete Backsteinbauten – dreifach in Münster  

25. Januar 2021|In Meldungen|Von Redaktion

Seit 2008 wird der Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur alle drei Jahre von der Initiative Bauen mit Backstein vergeben. Ausgezeichnet werden ambitionierte Architekturprojekte, die den Backstein als Baustoff auch in unserer Zeit gestalterisch wie bauphysikalisch schöpferisch zum Einsatz bringen.

Die fünfte Auflage – der Jahrgang 2020 – war besonders ertragreich. Aus über 586 eingereichten Entwürfen aus aller Welt prämierte die Jury nun die Preisträger in verschiedenen Kategorien. Gleich drei Projekte aus Münster landeten auf den vorderen Rängen:

Einfamilienhaus / Doppelhaushälfte
Winner Silver (2. Platz)
Haus am Buddenturm, Münster
Architekten: hehnpohl architektur bda, Münster

Büro- und Gewerbebauten
Nominee (Engere Wahl)
Neubau Verwaltungsgebäude Textilverband, Münster
Architekten: behet bondzio lin architekten, Münster

Für einen Überraschungserfolg sorgte ein Umbauprojekt im Norden der Stadt. Noch vor wenigen Jahren wurde das nahezu leerstehende Haus durch eine Hausbesetzung stadtweit bekannt. Nun gelang ein fulminanter Umbau – der weit über Münster hinausstrahlt. Es wurde als bestes Sanierungsprojekt ausgezeichnet:

Sanierungsprojekte
WINNER GOLD (Bestes Projekt)
Wohnhaus Schifffahrter Damm, Münster
Architekt: Reinhard Martin Architekt BDA, Münster

Statement der Jury: „Zeitgemäß sanieren statt abreißen„ – Das Wohnhaus Schifffahrter Damm in Münster zeigt in herausragender Weise, wie sich die Bestände, die es in vielen Städten noch gibt, aktualisieren und heutigen Bedürfnissen anpassen lassen, ohne die „graue Energie“ zu verlieren, die in ihnen steckt. Das Besondere hier: Die neunzig Jahre alten Backsteinfassaden wurden erhalten und fügen sich in ein modernes Ensemble mit vollkommen eigenständiger Qualität, dessen Material in den einzelnen Gliedern die Bauzeit ablesbar macht.
Zwischen dem Altbau in dunklerem und dem Anbau in hellerem Backstein bildet das Staffelgeschoß mit seiner Holzfassade eine Art Klammer. Das Zusammenwirken dieser Bausteine lässt das Gebäude weniger massiv erscheinen und fügt sich in den Kontext der Nachbarschaft wie eine Brücke zwischen Gestern und Morgen.“

Bei allen drei Projekten zeigt sich, dass sowohl Architekten wie auch Bauherren eine große Experimentierfreude bewiesen haben. Einmal mehr wurde der Wagemut aller Beteiligten belohnt: Herzlichen Glückwunsch.